user_mobilelogo

Für meinen treuen Freund Falk - in memoriam

18 Jahre und kein Stück ruhiger! 18 Jahre und kein Stück ruhiger! Mit 18 Jahren ziehen viele Jugendlichen von zu Hause aus, können den Führerschein machen und sind volljährig. Bei unseren Hunden ist es was ganz anderes. Sie sind dann schon steinalt und sind im Begriff unsere Welt zu verlassen. So ist es auch meinem treuesten und besten Begleiter gegangen. Falk ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Er hat, seit er bei mir ist, alles für mich getan. Ohne ein Laut und Weh, er war einfach da und dass mit vollster Seele und Einsatz. Man hat einmal im Leben ein Seelen Tier, das anders als alle anderen ist. Dass ist Falk für mich. 
Wir sind durch Dick und dünn gegangen, wir haben jedes Leid und jeden Erfolg geteilt. Wir haben Partner kommen und gehen gesehen. Falk war immer dabei. Ich muss ehrlich sagen ohne Falk wäre ich nicht da wo ich bin. In komplizierten Situation mit Hunden hat er mir die richtige Richtung gezeigt. Er hat mich aufgebaut wenn ich ein Tief hatte. Er hat die neuen Hunde in unsere Lebensgemeinschaft eingeführt und mit erzogen und ihnen dabei seinen Stempel aufgedrückt. Ich kann nur danke sagen und mich geistig vor Dir verneigen. Du warst der beste bis ins hohe Alter. Du lebst im Dakota ein Stück weiter in jedem Buch sowie in jeder DVD. Es wird ein großer Teil fehlen. Jetzt kannst du dich ausruhen!

1. Was hat Sie eigentlich dazu bewogen, Hundeerziehungsberater zu werden?

Eigentlich ist das einfach so passiert. Da ich immer öfter von Freunden um Rat gefragt wurde, weil ich offensichtlich sehr gut mit meinen eigenen Hunden klar kam, war die Idee irgendwann nahe liegend. Das ist nun schon bald 21 Jahre her! Die Faszination für Hunde hatte ich natürlich von Kind an, und wohl auch einfach ein „Händchen“ dafür. Ganz wichtig ist aber, dass es mir auch Spaß macht, mit den Hundebesitzern zu arbeiten. Denn als Hundeerziehungsberater muss man ja vor allem den Menschen verändern und ihm zeigen, wie er mit dem Hund besser umgehen kann. Schüchtern und menschenscheu sollte man also besser nicht sein!

2. Was war Ihr schlimmster Fall?

Schwierig sind natürlich vor allem aggressive Hunde. Da muss man dann das entsprechende Auftreten gegenüber dem Hund haben, darf keine Angst haben und sehr ruhig und souverän sein. Ich hatte schon mehrfach mit Hunden zu tun, die jeden Fremden attackieren, zum Beispiel eine Hündin, die schon seit Jahren keinen Besuch mehr in der Wohnung duldete und auch auf mich natürlich erst mal losging. Besonders schwierig war der Fall eigentlich gar nicht, der Hund war schnell bereit, sein aggressives Verhalten aufzugeben – nur die Menschen mussten ihr Verhalten zuerst verändern, dem Hund zeigen, dass sie nicht bewacht werden wollten und lernen, ganz selbstverständlich den Hund wieder in den Alltag zu integrieren. Dieser Fall ist auch im Buch „Hundeerziehung mit Holger Schüler“ beschrieben.

3. Wurden Sie schon einmal von einem Hund gebissen?

Natürlich. Allerdings war ich selbst schuld, weil ich die Anzeichen nicht ernst genug genommen hatte. Lehrgeld zahlt man einfach. In der Regel arbeite ich mit aggressiven Hunden aber mit Maulkorb.

4. Was raten Sie bei einem aggressiven Hund?

Ich arbeite zwar mit aggressiven Hunden, und erziele dabei Erfolge. Laien Tipps zum Umgang zu geben, halte ich aber für verantwortungslos. Jeder Fehler macht alles nur noch schlimmer. Aggressives Verhalten sollte von einem Profi korrigiert werden, und die Besitzer müssen lernen, was sie selbst anders machen können. Man kann aber vorher einiges tun, dass es nicht zu Aggressionen kommt.

5. Hatten Sie schon einen Hund, dem Sie nicht mehr helfen konnten?

Es kommt vor, dass die Besitzer nicht mitarbeiten möchten oder können. Dann kann man nichts erreichen. Auch wenn jemand brutale Erziehungsmethoden anwendet und nicht bereit ist, davon Abstand zu nehmen, hat die Zusammenarbeit leider keinen Sinn.

6. Lassen sich Hunde in jedem Alter noch erziehen oder gibt es Grenzen?

Grundsätzlich kann man mit jedem Hund arbeiten. Man muss eben Rücksicht nehmen, wie lange ein Hund körperlich und geistig mitarbeiten kann. Aber Lernen kann jeder Hund – zumal es ja meist die Menschen sind, die Neues lernen müssen, für den Hund ist die Umstellung oft gar nicht schwierig und entspricht ohnehin seinem natürlichen Bedürfnis nach festen sozialen Regeln und einer souveränen Führung.

7. Welche Hunderassen eignen sich besonders für Anfänger? Welche sind besonders schwer zu erziehen?

Das kann man so natürlich nicht beantworten. Kein Hund ist per se für Anfänger geeignet – jeder Hund kann verkorkst werden. Gute Erziehung ist immer notwendig. Besonders anspruchsvoll sind aber natürlich Hunde aus Arbeitszuchtlinien, besonders bei Hütehunden wie z.B. Border Collies oder Australian Shepherds. Solche Hunde sind ungemein lernbereit, müssen aber eben auch beschäftigt werden. Da sollte man sich vorher mit dem Züchter unterhalten, wo der Schwerpunkt seiner Zucht liegt. Auch Schutzhunderassen können für Anfänger durchaus mal schwierig werden. Bei Jagdhunden ist natürlich immer zu bedenken, dass man den Jagdtrieb nie ganz abtrainieren kann, da sollte man schon wissen, wie man von Anfang an damit umgeht um ihn nicht auch noch zu verstärken. Ich rate generell dazu, sich genau zu überlegen, wie der eigene Alltag aussieht und welcher Hund dazu am besten passt – will ich mit dem Hund z.B. Radfahren oder Laufen gehen, habe ich genug Zeit, einen Welpen großzuziehen oder wäre ein älterer Hund besser geeignet, bin ich kräftemäßig in der Lage, einen großen Hund zu führen (denken Sie auch an Kinder) und so weiter. Bei der Entscheidung helfe ich gerne – Kunden, die mich schon vor der Anschaffung eines Hundes zu Rate ziehen, sind mit die Allerliebsten!

8. Was für eine Rasse war Ihr erster Hund?

Ein Berner Senner, so wie auch meine jetzige Hündin Siska.

9. Was hat Sie bewogen, ein Buch zu schreiben?

Das war natürlich immer schon ein Traum. Es ist ein tolles Gefühl, sein Wissen und seine Erfahrung in Buchform in der Hand zu halten und weitergeben zu können.

10. Was sind die besonderen Charaktereigenschaften Ihrer Hunde?

Sie sind sehr verschieden. Falk, ein Chesapeake Bay Retriever, ist ein Workaholic, der immer alles richtig machen will und absolut konzentriert bei der Sache ist. Siska dagegen, die Berner Senner Hündin, geht gerne mal eigene Wege, ist zwar auch motiviert, aber lässt sich auch mal ablenken. Sie begrüßt jeden Fremden sofort begeistert, Falk dagegen gibt sich reserviert. Im Gegensatz zu Falk, der versessen auf sein Spielzeug ist, steht Siska total auf Futter – ich muss also unterschiedliche Strategien anwenden, wenn ich mit den beiden arbeite. Das zeigt, dass Hunde eben auch Persönlichkeiten sind, die man respektieren muss. Nur wenn man das zulässt, bekommt man einen Hund, der wirklich gerne mitarbeitet und zu Höchstform auflaufen kann – und nicht nur aus Angst und Einschüchterung Kommandos befolgt.

11. Wem würden Sie generell von einem Hund abraten?

Man muss einfach seine Motive überdenken. Ein Hund sollte z.B. nicht einfach ein Spielzeug für die Kinder sein, oder nur niedlich aussehen. Er macht Arbeit, erfordert Zeit und Mühe und eine (erwachsene) Bezugsperson, die sich zu 100 Prozent verantwortlich fühlt. Wer das nicht leisten kann und will, sollte seine Entscheidung noch mal überdenken. Grundsätzlich aber ist ein Hund eine tolle Bereicherung, ich könnte mir kein Leben ohne Hunde vorstellen!

12. Was werden Sie in der Show zeigen?

Es geht natürlich um meine Arbeit, die Grundprinzipien der Hundeerziehung „auf sechs Pfoten“. Natürlich sind auch meine Hunde mit dabei. Wir möchten zeigen, wie unser Team funktioniert, z.B. die Kommunikation über Körpersprache. Falk und Siska sind aber keine dressierten Zirkushunde, manches wird vielleicht an einem Tag gut und am anderen weniger gut funktionieren. Aber das gehört dazu – auch ich und meine Hunde sind nicht perfekt, und darum geht es auch gar nicht. Hundearbeit soll vor allem Spaß machen und sich immer weiter entwickeln – Perfektion ist das falsche Ziel. Das möchte ich vermitteln.

13. Bedeutet die Tournee viel Stress für Sie und besonders für Ihre Hunde?

Natürlich. Um mich mache ich mir weniger Sorgen, aber es ist mir sehr wichtig, dass meine Hunde gut mit der Situation umgehen können. Wir üben daher schon lange. Zum Beispiel müssen die Hunde damit zurechtkommen, dass meine Stimme plötzlich aus einer anderen Richtung kommt – nämlich über das Mikrofon aus den Boxen am anderen Ende des Saales. Also müssen die Hunde meine Stimme ignorieren und auf andere Zeichen achten. So etwas muss natürlich trainiert werden. Nur wenn die Hunde wissen und verstehen, was von ihnen verlangt wird, können sie sich sicher fühlen. Grundsätzlich sind meine Hunde einiges gewohnt, weil ich sie fast immer und überall dabei habe, bei der Arbeit und privat. Sie kennen nicht nur Feldwege und die Runde ums Haus, sondern sind Trubel und viele Menschen bereits gewohnt. Sie wissen, dass sie sich auf mich verlassen können.

14. Warum haben Sie Ihre aktuelle Tournee „Wir verstehen uns“ genannt?

Es kommt bei meiner Arbeit sehr häufig vor, dass ich den Menschen am eigenen Leib demonstriere, wie sich ihr Hund fühlt. Wenn ihm dauernd am Kopf herumgewuschelt wird. Oder hektisch auf ihn eingeredet wird. Oder eben, und dazu lege ich den Leuten die Leine um den Arm, wie es sich anfühlt, wenn man an der Leine grob herumgezogen wird. Solche Aha-Effekte sind sehr wichtig. Viele Leute machen sich einfach zu wenig Gedanken, was sie mit dem Hund überhaupt anstellen. Der Fehler liegt eben so gut wie immer beim Menschen, von daher: „Menschen an der Leine!“

15. An wen richtet sich Ihre Tournee?

An alle Menschen, die sich für Hunde interessieren!


Zu den Tourdaten