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Es kann so schön sein. Die vollkommene Harmonie, schon ein Gedanke genügt zur Verständigung... nur eine Wunschvorstellung? Es stimmt, der Weg dahin ist lang und anspruchsvoll und nicht selten frustrierend. Manchmal klappt einfach gar nichts. Übungen, die tausend Mal gelungen sind, gehen plötzlich schief. Neues will einfach nicht funktionieren. Und auf einmal ist da statt vollkommener Harmonie nur ein dauerndes genervt sein... warum nur will nichts klappen? Aber stimmt das – klappt wirklich nichts? Sind Sie ein Fehlergucker?

Mag ja sein, dass der Hund eine Übung nicht 100prozentig ausführt. Dass er sich dreimal bitten lässt. Dass er anderes interessanter findet. Das alles ist frustrierend. Aber dieser Frust darf nicht im Vordergrund stehen. Denn wenn Sie nur die Fehler sehen, nehmen Sie sich und Ihrem Hund die ganze Freude an der Arbeit. Und ohne die kommt die ersehnte Harmonie sicher nicht auf.

Gerade dann, wenn die Grunderziehung sitzt und man sich an die „Feinheiten“ macht, wenn die Arbeit anspruchsvoller wird, dann ist die Gefahr groß, dass man zu schnell zu viel erwartet. Immer größere Schritte machen will. Immer schneller. Ehrgeiz ist ja eine gute Sache – aber Verbissenheit kann Erfolge schnell zunichte machen.

Sehen Sie es aus der Sicht Ihres Hundes. Er soll komplexe Aufgaben erlernen, die er nicht unbedingt auf Anhieb versteht. Er macht dabei – aus menschlicher Sicht – Fehler. Und spürt Ihre Unzufriedenheit. Für einen Hund, der sich bereits ein gutes Stück auf seinen Menschen eingelassen hat, der aufmerksam und motiviert ist, ist diese Unzufriedenheit bereits eine Strafe. Sie wird ihn demotivieren. Er wird unsicher werden (wenn er eher der Sensibelchen-Typ ist) oder sich anderen, angenehmeren Dingen zuwenden wollen (wenn er zu den robusteren Naturen gehört). Das Ergebnis: Hektik, Unaufmerksamkeit, mehr „Fehler“. Endlose Wiederholungen, immer neue Versuche, die immer neue Fehler produzieren, machen es jetzt nur schlimmer. Eine Abwärtsspirale.

Zurück zu den komplexen Aufgaben, die der Hund erlernen soll, die er vielleicht noch nicht ganz versteht. Er macht noch nicht alles richtig. Aber er zeigt Ansätze, er sucht nach der richtigen Lösung – das gibt Ihnen reichlich Anlass, sich zu freuen und den Hund zu loben. Das motiviert Ihren Hund, er wird sich nun noch mehr anstrengen, Sie zu verstehen, gibt Ihnen noch mehr Anlass zur Freude – und schon stecken Sie in der schönsten Aufwärtsspirale! Und die führt direkt zur ersehnten Harmonie zwischen Mensch und Hund.

Jetzt kann nur noch eines schief gehen. Fordern Sie jetzt bloß nicht immer noch mehr und noch mehr – bis Sie irgendwann doch wieder zuviel erwarten, etwas nicht klappt und die Falle wieder zuschnappt. Bleiben Sie konsequent und zielstrebig darin, dem Hund ein Lernen in kleinen Schritten zu ermöglichen. Auch und gerade dann, wenn die Arbeit anspruchsvoller wird, wenn der Hund doch schon soviel kann, wenn Sie doch schon so weit gekommen sind.
Für den Hund sollte die Beschäftigung mit dem Menschen immer leicht, spielerisch und freudig sein – umso größere und schnellere Fortschritte werden Sie erreichen. Und wenn Sie das Fehlergucken gar nicht sein lassen können – bitteschön, suchen Sie weiter. Aber bei sich selbst, nicht beim Hund....

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