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Kann Ihr Agility-Champion auch „Stadt-Agilitiy“?

Pokale, Prüfungen und Tuniererfolge sind schön – aber was wirklich zählt, ist der Alltag. Dort lauern meiner Meinung nach die wirklich schwierigen Aufgaben.

Es gibt eine Vielzahl von Hundesportarten und Trends, da ist für jeden etwas dabei. Intensive Beschäftigung mit dem Hund ist auf jeden Fall eine tolle Sache, macht Spaß und fördert die Beziehung. Aber – viel wichtiger ist in meinen Augen eine gute Basis.

Viele meiner Kunden können davon berichten, dass ihr Hund in seiner Diziplin glänzt, im Agility-Parcours voll da ist oder seine Obedience-Übungen vorbildlich absolviert. Und trotzdem klappt im Alltag vieles nicht.

Ich rate immer wieder dazu, die Spezialisierung hinten an zu stellen und sich voll und ganz auf die Grundlagen zu konzentrieren. Das ist nämlich die größere Herausforderung! Wie aufmerksam und gut zu führen ist der Agility oder Obedience-Crack, wenn Sie durch die Innenstadt laufen? Anderen Hunden begegnen? Wie ruhig und gelassen bleibt er, wenn Besuch kommt oder Sie im Café sitzen?  Kann der Hund, der in der Prüfung perfekt Fuss läuft, auch entspannt und locker an der Leine gehen? Wie gut hört der Trickdogging-Star auf Ihr Kommando, wenn ein Kaninchen vor seiner Nase aufspringt?

Erfolge und Prüfungen sollten auf einem guten Fundament aufbauen und nicht über Alltagsprobleme hinwegtäuschen. Allzu schnell hat der Mensch das Gefühl, doch schon genug trainiert zu haben und betrachtet die restliche Zeit als Freizeit. Prompt wird die Erziehung  vernachlässigt. Von alleine kommt der Hund aber nicht darauf, auf den Menschen auch im Alltag zu achten und ihm zu folgen – nur, weil er es auf dem Hundeplatz macht. Spezialausbildungen lösen keine Alltagsprobleme!

Echtes Alltagstraining ist viel schwieriger und anspruchsvoller als die Arbeit auf dem Platz.

Ein Parcours, ein Übungsablauf, ein Trick ist für den Hund leicht zu lernen. Der Alltag aber ist viel komplexer und vielschichtiger. Dort wird der Hund dauernd mit neuen Reizen und ungewohnten Situationen konfrontiert. Noch dazu erwarten die meisten Menschen, dass der Hund sich mehr oder weniger alleine zurechtfindet und irgendwie von alleine weiß, was von ihm erwartet wird. Weit gefehlt!

Wenn Sie Agility machen, würde es Ihnen nicht einfallen, den Hund durch einen Parcours zu scheuchen, ohne ihm vorher die Hundernisse zu zeigen und einzeln zu üben. Neue Tricks,   Kunststückchen oder Tanzschritte werden sorgfältig trainiert. Der Mensch ist voll bei der Sache, lobt und motiviert den Hund.

Und wenn es darum geht, ins Auto zu steigen? Treppen zu laufen, korrekt an der Leine zu gehen, sich in die Ohren schauen zu lassen, brav zu warten, wenn Herrchen stehenbleibt und sich unterhalten will, zum Menschen zu kommen, obwohl gerade tausend interessantere Dinge passieren? Das sind die wirklich schwierigen Aufgaben. Die werden aber meist einfach vorausgesetzt. Im Alltag sind die wenigsten Menschen wirklich auf Ihren Hund konzentriert. Statt Lob und Motivation kommt meist nur ein verärgertes „Nein“, wenn der Hund sich falsch verhält.  So kann er aber nicht lernen, was in dem hochkomplizierten „Alltags-Parcours“ von ihm erwartet wird.

Stecken Sie Ihren Energie also zuerst ins Alltagstraining. Suchen Sie dort neue Herausforderungen. Zerlegen Sie den Alltag in Aufgaben, die Sie mit dem Hund positiv und konzentriert erarbeiten. Ich gehe mit meinen Kunden gerne in die belebte Innenstadt. „Stadt-Agility“ ist schwieriger und abwechslungsreicher als jeder Hundeplatz, und macht richtig Spaß. Nehmen Sie alles unter die Lupe: auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten wie das Anlegen der Leine oder die Grundkommandos. Wir gut klappt das alles wirklich? Was können Sie noch verbessern? So, wie sie im Hundesport in die nächsthöhere Leistungsklasse aufsteigen können, können Sie auch im Alltag immer besser werden.

Probieren Sie es aus!

Kurzvorstellung

Als mobiler Hundeerziehungsberater ist Holger Schüler in fast 20 Jahren einer Vielzahl von Mensch-Hund-Teams begegnet. Seine Erfahrungen bringt er mit seinem erfolgreichen Showprogramm unterhaltsam auf die Bühne. Außerdem hat er mehrere Bücher und DVDs veröffentlicht. Zuletzt ist sein Buch „Wir verstehen uns – Hundeerziehung mit Verstand und Gefühl“ im Müller Rüschlikon Verlag erschienen. Noch mehr Tipps gibt es  auf Holger Schülers Website www.aufsechspfoten.de.

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